Krümelmonster

Gestern Abend habe ich lange mit „Mama“ gekuschelt. Ich habe geschnurrt und ihr mein Köpfchen gegeben und mich auf ihrem Schoß zusammengerollt.

Sie war schon einige Tage sehr traurig und hat oft geweint – ich wusste nicht warum. Trotzdem habe ich ihr schnurrend mein Köpfchen ins Gesicht gerammt. „Mama, sei nicht traurig. Ich habe es so genossen keine Schmerzen mehr zu haben und weiß nun endlich, wie es sich anfühlt, geliebt zu werden und ein Heim zu haben. Meine Tage hier waren wie im Paradies ich habe mich wohl gefühlt und all deine Liebe und Fürsorge genossen. 10 Sorten Futter hatte ich zur Auswahl. Ich schmadderte herum und lachte still und heimlich in mich hinein, wenn du mal wieder über den Boden gerobbt bist, um die Fliesen zu schrubben.“

Die Bewegungen fielen mir die letzten zwei Tage immer schwerer und mein Bauch wurde ganz prall. Heute hat Mama dann mit mir einen Ausflug gemacht. Ich war ganz ruhig und entspannt. Sie hat viel mit mir gesprochen und ich habe sie mit meinen großen und – wie sie sagt – verdammt niedlichen Eulenaugen angestarrt.

Auf dem Behandlungstisch beim Tierarzt legte ich mich auf die Seite. Ich war so müde und träumte vor mich hin. Mama nahm mich auf den Arm, streichelte mich und sprach mit mir. Ich hatte keine Angst. Sie küsste mein Köpfchen und ich kuschelte mich in ihre Arme.

Jetzt schaue ich von oben auf euch runter und mein Körbchen ist für die nächste arme Seele frei.

Ich wünsche mir, dass alle so viel Liebe erfahren dürfen, wie ich die letzten Tage meines Lebens.

Euer Krümelmonster

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