Monsterchen

Wenn die Welt um Dich herum dunkel wird, wächst die Angst.

Meine Mama hat mir beigebracht, vorsichtig zu sein. Ich habe aufgepasst als Autos kamen. Habe mich vor jedem Menschen versteckt. Lebte ständig in Angst.

Mir geht es täglich schlechter. Ich bekomme kaum Luft. Meine Sinne, auf die ich mich die letzten Wochen so gut verlassen konnte, lassen mich im Stich.

Meine Nase brennt. Es fällt mir schwer zu atmen. Meine Augen brennen wie Feuer. Ich habe unerträgliche Schmerzen.

Die Welt um mich herum verschwimmt und ich erkenne nur noch, ob es hell oder dunkel ist. Ich habe furchtbaren Hunger und würde mir wünschen, dass das alles schnell vorbei ist. Ich möchte nicht mehr leiden müssen.

Nun sitze ich hier alleine unter den großen Bäumen und warte auf den Tod.

Meine Ohren verlassen mich nicht. Bei jedem Knacken im Geäst zucke ich zusammen. Ich versuche, vor den Geräuschen, die so laut für mich sind, zu fliehen. Sie jagen mir eine furchtbare Angst ein. Du jagst mir eine furchtbare Angst ein!

Um mich herum wird es still und ich höre nichts mehr als mein Herz, das so wild und schnell schlägt wie noch nie.

Blind wühle ich mich durch das hohe Gras. Ganz langsam und wackelig bringt mich der letzte Rest meines Geruchssinns in die Nähe einer Falle. Scheinbar endlos lange brauche ich, bis ich dem köstlichen Geruch näher komme. Meine Nase berührt die weiche Köstlichkeit und mit einem lauten „Rums“ schnappt die Falle zu und ich bin in Sicherheit.

Danke, liebe Janina, dass du mich gerettet hast!