Pommes
Jetzt stehe ich hier, Monate nach der ersten Operation von diesem kleinen Kater, der ständig süß verwirrt guckt. Eine Op, für die ich so gekämpft habe.
Für die ich mir so viele gemeine Kommentare anhören musste.
Beleidigungen.
Und ich hab’s trotzdem gemacht. Für Pommes. Weil er nur dieses eine Leben hat. Ob er jemals wieder laufen kann wusste damals keiner. Doch wenn, dann nur mit dieser Chance.
Und wenn ich ihn heute anschau? Er läuft. Er springt. Frisst wie ein Schaufelbagger.
Er kuschelt sich ran, gurrt. Er hat ein richtig schönes Leben aber leider immernoch keine neue Familie. Nichtmal eine Anfrage!
Gleichzeitig hat er diese unfassbare Angst vor Männern.
So extrem, dass ich mir mittlerweile sicher bin, dass ihm ein Mann ganz schlimm wehgetan hat.
Mehrere Rippenfrakturen, ein gebrochener Schwanz, die Wirbelsäule sowas passiert nicht einfach so…..
Und dann fing das mit dem Rücken wieder an. Eine 1 Cent Stück große Wunde, die immer wieder offen, dann wieder zu, dann wieder offen ist.
Ein kleines Loch, durch das man im Grunde schon auf das Implantat gucken kann. Der scheiß Cement der in ihm alles zusammenhält.
Vor ein paar Wochen war ich schon mit ihm im CT.
Da wurde auch ein Abstrich genommen. Antibiose gestartet und da hieß es noch, man soll es beobachten und dann die Wunde verschließen. Irgendwie dachte ich aber das es nicht die richtige Option sein kann. Der Cement war gebrochen und es fühlte sich an als käme er immer weiter hoch. Es wurde einfach nicht besser.
Immer wieder das gleiche Spiel. Spülen, Antibiose, Schmerzmittel.
Und wir haben bei der Klinik, die ihn operiert hat, einfach keinen zeitnahen Termin bekommen. Jetzt konnten wir endlich hin.
Mittwoch habe ich über drei Stunden dort gesessen und Pommes war die ganze Zeit auf meinem Schoß.
Alle dort waren wirklich lieb zu ihm.
Und gestern kam dann der Anruf. Ein Biofilm hat sich gebildet und das Implantat muss raus.
Der Rücken ist stark mit Zement versorgt, da sind Pins drin.
Das ist eine große und risikoreiche Operation aber so bleiben kann es halt auch nicht.
Und dann stehst du da. Wieder…vor genau dieser Entscheidung.
Einschläfern…oder es nochmal versuchen?
Und ich gucke diesen Kater an,
wie er mich anschaut, wie er dieses Geräusch macht, wenn ich ihn hochnehme.
Und dann soll ich entscheiden,
ob ich nochmal „so viel Geld für ein einzelnes Tier ausgebe“
2.000 bis 3.000 Euro, mehrere Stunden Narkose, hohes Risiko… und ob es damit getan ist sagt mir meine Glaskugel auch heute nicht.
Ich weiß gar nicht, ob den Leuten bewusst ist, wie schwer das ist.
Da ist diese riesen Verantwortung, der Umgang mit den Spendengeldern. Mit euren Spendengeldern! Mit eurem Vertrauen. Mit diesen teilweise so verdammt hohen Summen, bei denen du fast kotzen musst wenn du sie schwarz auf weiß siehst.
Und gleichzeitig sitzt du da und musst entscheiden,
welche Katze diese Chance bekommt und welche nicht. Das ist emotional einfach nur heftig….
Und dann stehst du da…mal wieder…
mit diesem ganzen Haufen Scheiße
und überlegst, wo du deine Einweghandschuhe gelassen hast.
Und ich weiß gerade einfach nicht, wie oft ich diese Entscheidung noch treffen kann.
Aber bei Pommes weiß ich es.
Ich kann ihn nicht aufgeben.
Nicht nach allem, was er geschafft hat.
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