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EIN BLICK REICHT NICHT. (Teil 1)

Rettung braucht Verantwortung…. Nicht „nur“ Emotion.

Dieser Text entsteht nicht aus einer Theorie, sondern aus Tatsachen die Bauchschmerzen machen.

Er entsteht auch zu einem Teil aus den Schicksalen die wir übernommen haben.

Aus Tieren, mit denen Spenden gesammelt wurden

…die aber nie angemessen versorgt worden sind.

Aus Katzen mit multiplen Frakturen,

die wochenlang unbehandelt blieben.

Aus gelähmten Tieren,

bei denen man sagte:

„Da kann man eh nichts mehr machen.“

Ohne Diagnostik.

Ohne Zweitmeinung.

Ohne Schmerzmanagement.

Aus Beständen, in denen immer wieder dieselben Krankheiten auftraten

und niemand hellhörig wurde.

Und genau deshalb sagen wir heute:

Nicht jede „Rettung“ ist guter Tierschutz.

Echter Tierschutz braucht Struktur.

Und Struktur bedeutet:

1️⃣ Einen Plan

Und zwar bevor ein Tier aufgenommen wird!

Wohin geht es nach der Erstversorgung?

Wer trägt die Kosten?

Wie sieht der langfristige Weg aus?

2️⃣ Klare Aufnahmelimits

Ein Aufnahmestopp ist keine Grausamkeit.

Er ist manchmal die einzige Möglichkeit, die bereits aufgenommenen Tiere wirklich zu schützen. Nicht aufnehmen zu können bedeutet nicht, dass man nicht nach jemand anderem suchen kann, der noch Kapazitäten hat.

3️⃣ Quarantäne ist nicht verhandelbar

Neue Tiere MÜSSEN isoliert, beobachtet und medizinisch abgeklärt werden.

Wer das überspringt, riskiert Ausbrüche, Todesfälle und vermeidbares Leid.

4️⃣ Diagnostik statt Vermutungen

„Man kann nichts machen“ ist keine Diagnose.

Jedes Tier verdient Abklärung.

Schmerztherapie.

Einen Versuch.

5️⃣ Gesundheit vor Öffentlichkeit

Erst Stabilisierung.

Erst Behandlung.

Erst Schmerzmanagement.

Nicht Fotos. Nicht Content. Nicht Mitleid.

6️⃣ Konsequent kastrieren

Rettung ohne Kastration erzeugt den nächsten Notfall gleich mit.

7️⃣ Dokumentation ist Verantwortung

Aufnahmedatum.

Befunde.

Behandlungen.

Kosten.

Verbleib.

Ohne Transparenz gibt es keine Kontrolle.

8️⃣ Hellhörig werden bei Warnsignalen

Wenn immer wieder Katzenschnupfen ausbricht.

Wenn FIP-Fälle gehäuft auftreten.

Wenn Durchfälle chronisch werden.

Wenn Parasiten nie verschwinden.

Das sind keine „Schicksale“.

Das sind Alarmsignale für Überbelegung, Stress, fehlende Quarantäne oder mangelnde Struktur.

9️⃣ Wissen, wann man stoppen muss

Wenn Tiere abnehmen.

Wenn sie stagnieren.

Wenn in Räumungen Triage nötig wird, weil zu viele Tiere auf einmal versorgt werden müssen.

Dann ist das kein großes Herz…..

Dann ist das ein System, das überfordert ist.

Und noch etwas:

Wir sind keine Endstation.

Wir sind ein Durchgangsposten.

Ein sicherer Ort auf Zeit!! Es gibt immer jemanden wo es das Tier besser haben kann, schon alleine deswegen, weil es dort nicht einer unter vielen ist.

Wer dauerhaft immer neue Tiere in einen bestehenden Bestand integriert,

erzeugt Stress und zwar für alle.

Viele Tiere ersetzen keine Familie.

Dauerwechsel ersetzt keine Stabilität.

Echte Hilfe bedeutet manchmal auch,

einem Tier einen besseren Platz woanders zu ermöglichen.

Hilfe anzunehmen.

Abzugeben.

Grenzen zu erkennen.

Wir haben Tiere übernommen,

deren Leid vermeidbar gewesen wäre.

Nicht aus Bosheit.

Sondern aus Überforderung.

Aus fehlender Struktur.

Aus gut gemeinter Emotion ohne Plan….

Aber Leid bleibt Leid.

Auch wenn es gut gemeint war.

Mehr Tiere zu retten, macht niemanden zu besseren Tierschützern.

Mehr Verantwortung schon.

EIN BLICK REICHT NICHT.

Nicht auf Tiere.

Und auch nicht auf das, was „Rettung“ genannt wird.