Bis 16 Uhr musste ich weg sein.
Nichts mehr wert.
Ich wollte kein böser Kater sein…. echt nich.
Acht Jahre lang war ich da. Acht Jahre lang allein. Acht Jahre lang keine Artgenossen, nicht die besten Haltungsbedingungen und keine Hilfe…
Ärgerlich bin ich wohl schnell.
Und heute wurde es mir zuviel. Ich habe ihn gebissen. Mal wieder.
Dann lief die Uhr.
16 Uhr. Bis dahin musste ich weg sein! Aus seinem Leben verschwunden, für ihn war ich nichts mehr wert.
Die Uhr tickt. 16 Uhr… Sonst hätte ich keine Zukunft mehr gehabt. Einschläfern oder sich meiner anders entledigen, sagte er seiner Tochter die mal meine Familie war.
Sie kam mit Tränen in den Augen und mit zitternden Händen. Mit einem elendig großen Berg Angst um mich.
Und während ich da schon seit Stunden in meiner engen Box saß…
verängstigt, still und völlig überfordert, flog mein ganzes Leben hinterher.
Futternäpfe, Sachen. Er schmiss sie quer über den Hof in Richtung Auto.
Als wäre ich nichts.
So viele Stunden und so viel Angst, dass ich unter mich gemacht hatte, weil ich nicht anders konnte.
Ich habe mich selbst kaum noch ausgehalten.
Jetzt bin ich bei der Tierhilfe Wolfsburg.
Und ich bin müde, sehr dünn und ich stinke nach Urin.
Meine Zähne tun auch noch dazu höllisch weh.
Aber ich lebe.
Nächste Woche werden sie mich untersuchen und mir Blut abnehmen.
Meine Schmerzen behandeln. Meine Zähne sanieren.
Vielleicht war ich nie ein „Problemtier“, sondern das war ein Hilferuf.
Und irgendwann, wenn ich wieder ich selbst sein darf, suche ich ein Zuhause.
Ein echtes.
Gestresst und verängstigt haben wir dieses kleine Häufchen Elend heute aufgenommen. Drückt ihm die Daumen, dass er sich schnell einlebt und informiert euch vor der Anschaffung eines Tieres über die idealen Haltungsbedingungen und seid ehrlich zu euch selbst.

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