nur für Notfälle:  0176 / 70914819

Wie viel ist ein Leben wert, das niemand vermisst?

Ich lag im Regen und habe vor Kälte gezittert. Ich war klatschnass und alleine.

Die Straße unter mir war hart und schwarz. Schwarz so wie die Nacht die um mich herum war und sie roch nach Angst, nach Gummi, nach Blut. Nach meinem Blut.

Ich konnte nicht mehr aufstehen. Nicht mehr weglaufen. Nicht mal mehr richtig schreien.

Ich konnte nur noch hecheln und jeder Atemzug tat weh.

Mein Kopf. Mein Kiefer. Mein Körper.

Alles fühlte sich an, als wäre ich wie ein Glas in viele tausend Partikel zerbrochen.

Autos fuhren rasend schnell an mir vorbei und ihre Lichter zogen über mich hinweg.

Und leise irgendwo zwischen Donner, Regen und Schmerzen wartete ich einfach darauf, dass es endlich vorbei ist.

Denn ich…. bin niemand.

Keine registrierte Katze. Keine vermisste, geliebte Wohnungskatze.

Nur eine der unkastrierten Schattenkatze irgendwo in Ummendorf.

Eine von denen, die draußen geboren werden, daußen kämpfen, draußen verschwinden und alleine und oft unter Schmerzen sterben.

Aber dann… hielt jemand an.

Eine Frau stieg aus und sie ließ mich nicht einfach liegen.

Sie trug mich von der Straße auf den Grünstreifen und sie telefonierte ganz oft und lang und suchte Hilfe. Erreichte niemanden. Telefonierte weiter.

Und irgendwann… erreichte sie Menschen, die gesagt haben:

„Bring sie hin. Wir versuchen es.“

Als sie mich eingepackt haben, war mein Körper eiskalt. Ich war komplett durchnässt und im Schock.

Ganz ehrlich? Viele hätten wahrscheinlich gesagt, dass es vernünftiger wäre, mich gehen zu lassen. Einfach, schnell. Nur eine weitere Seele die ein Unfallopfer war, denn mein Körper war voller Verletzungen.

Ein Schädel-Hirn-Trauma. Mein Unterkiefer war gebrochen. Mehrere Zähne zertrümmert. Rippen gebrochen. Mein Becken verletzt. Meine Harnwege schwer beschädigt. Mein Körper voller Blutergüsse und Schmerzen.

Die Tierärzte wussten sofort:

Das wird kompliziert.

Sehr kompliziert. Sehr teuer. Sehr intensiv. Sehr riskant.

Und trotzdem haben diese Menschen gesagt:

„Wir möchten es versuchen.“

Weil sie fanden, dass auch ein Leben wie meines eine Chance verdient.

Ein Leben, das in kein Wohnzimmer gehörte. Ein Leben, nach dem keiner gesucht hat. Ein Leben, das man draußen fast übersehen hätte.

Ich bekam starke Schmerzmittel, Wärme, Infusionen.

Und langsam… wurde aus Überleben wieder Leben.

Am nächsten Morgen ging es mir schon ein kleines bisschen besser.

Dann kam die erste Operation und es sollte nicht die letzte bleiben.

Heute liege ich nicht mehr im Regen.

Heute liege ich warm eingekuschelt in der Klinik.

Und jeden Tag geht es mir ein kleines bisschen besser.

Ein kleines Wunder, haben sie gesagt… Wunder passieren nicht einfach so. Weißt du wann sie passieren?

Sie passieren, wenn Menschen nachts anhalten….

Wenn jemand nicht wegschaut….

Wenn Tierärzte kämpfen…..

Wenn Vereine Verantwortung übernehmen, obwohl es teuer wird.. ..

Wenn Menschen spenden….

Wenn Menschen teilen…..

Wenn Menschen sagen:

„Weil jedes Leben zählt.“

Und genau deshalb lebe ich noch.

Weil irgendwo da draußen ganz viele Menschen entschieden haben, dass eine kleine Schattenkatze aus dem Regen nicht einfach sterben soll.

…..

Scholle erlitt bei dem Unfall ein schweres Polytrauma mit Schädel-Hirn-Trauma, Unterkieferbruch, Zahnfrakturen, mehreren Rippenfrakturen, einer Iliosakralgelenksluxation sowie einer schweren Verletzung der Harnwege mit Harnröhrenperforation.

6.300 Euro für eine kleine Schattenkatze aus dem Regen.

Und wisst ihr was? Keine einzige Sekunde haben wir diese Entscheidung bereut.

Hilfst du mit?

Per Überweisung auf unser Bankkonto:

EMPFÄNGER – Tierhilfe Wolfsburg e.V.

IBAN – DE 61 2695 1311 0011 0661 07

BIC – NOLADE21GFW

BETREFF – SPENDE

Per PayPal an:

tierhilfe.wolfsburg@t-online.de

Bitte > AN FREUNDE SENDEN