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Wir sind Pech und Schwefel

Eigentlich sind wir noch Babys.

Wir hätten spielen sollen. Käfer jagen. Uns gegenseitig über die Pfoten fallen. Uns darüber streiten, wer näher bei Mama liegen darf.

Aber wir erinnern uns nicht an Leichtigkeit. Wir erinnern uns an Hunger, an Kälte, an dieses Brennen in unseren Augen, an den Schmerz in unserer Nase und an die Luft, die einfach nicht kommen wollte.

Ich bin Pech.

Und ich dachte, Sterben fühlt sich genau so an.

Jeder Atemzug war ein Kampf. Nicht wie Rennen oder Spielen. Sondern wie Ertrinken, obwohl ich gar nicht im Wasser war.

Meine Nase war voller Eiter. Meine Lunge voller Entzündung. Ich öffnete mein Maul immer weiter, weil durch die Nase nichts mehr ging.

Ich bekam keine Luft und irgendwann hört man auf zu kämpfen und man liegt einfach nur noch da.

Zu müde zum Schreien und zu müde zum Hoffen.

Ich bin Schwefel.

Ich hatte solche Angst.

Nicht diese Angst vor lauten Geräuschen oder fremden Menschen, sondern die andere echte Angst.

Die Angst, die man hat, wenn man nicht mehr weiß, ob der nächste Atemzug überhaupt noch Luft in die kleinen Lungen spült.

Meine Augen waren verklebt und einfach alles tat weh. Jeder Knochen stand unter meinem Fell hervor. Wisst ihr? Wenn ihr mich gesehen hättet, hättet ihr nicht ein Katzenbaby gesehen.

Ihr hättet ein Skelett gesehen… einfach ein kleines Leben, das langsam verschwindet.

Wir kuschelten uns eng aneinander.

Nicht, weil uns warm war, sondern weil wir sonst niemanden hatten.

Wenn man so krank ist, wird die Welt ganz klein.

Dann gibt es nur noch Schmerz und Hunger.

Nur noch das Röcheln in der eigenen Brust.

Und die Frage, die wir nicht verstehen:

Warum hilft uns niemand?

Warum schaut jemand weg?

Warum darf ein Katzenbaby so krank werden?

Warum muss man erst fast sterben, bevor jemand merkt, dass man Hilfe braucht?

Dann kamen Menschen.

Menschen mit müden Augen.

Menschen, die schon viel zu viele traurige Geschichten gesehen haben. Menschen, die uns in ihre Hände nahmen, obwohl wir voller Eiter waren. Obwohl wir stanken. Obwohl wir aussahen, als wäre es vielleicht schon zu spät.

Sie sahen keine hoffnungslosen Katzen.

Sie sahen uns.

Pech & Schwefel.

Zwei kleine Leben, zwei Babys, zwei Seelen, die einfach nur leben wollten.

Jetzt kämpfen wir ganz doll.

Jeden Tag… Mit Medikamenten… Mit Inhalationen. Mit Futter… Mit so viel Liebe.

Und manchmal, wenn wir schlafen, spüren wir wie uns jemand streichelt und eine Träne kullert auf unser Fell.

Dann wissen wir: Jemand hat uns gesehen.

Jemand hat entschieden, dass unser Leben wertvoll ist.

Und vielleicht ist das die wichtigste Botschaft, die wir euch heute sagen möchten:

Für euch sind wir vielleicht nur zwei Katzenbabys.

Für uns aber ist dieses eine Leben alles, was wir haben.

Wir bekommen kein zweites…

Kein neues…

Kein Später…

Und deshalb zählt jede Hilfe!!

Jede Kastration! Jede Spende!

Jeder Mensch, der nicht wegschaut.

Denn irgendwo da draußen sitzt vielleicht gerade wieder ein kleines Pech.

Oder eine kleine Schwefel.

Und wartet darauf, dass endlich jemand kommt und sagt:

„Du bist nicht allein. Ich sehe dich. Und ich kämpfe jetzt für dich.“ ❤️🐾

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