Sachliche Information & Aufklärung zum Tollwut-Risiko
https://wahis.woah.org/#/in-review/7259?reportId=180467
Wir möchten faktenbasiert über einen aktuellen Vorfall informieren und gleichzeitig zur verantwortungsvollen Adoption sensibilisieren.
Im November 2025 wurde über eine Organisation mit Sitz in Berlin ein Welpe aus Russland nach Deutschland importiert. Laut vorliegenden Unterlagen wirkte der Vorgang zunächst vollständig und seriös: Impfpass, Tollwutimpfung, Tollwut-Titernachweis sowie Transportdokumente sollen vorhanden gewesen sein.
Bei diesem Hund wurde durch das zuständige Veterinäramt ein Tollwutausbruch bestätigt. Der Welpe verstarb kurze Zeit später im Tierheim in Quarantäne. Ein durchgeführter (nicht sicherer) Schnelltest war negativ ausgefallen und natürlich konnte erst eine histopatologische Untersuchung am toten Tier den Tollwutverdacht bestätigen. Zuvor hatte der Welpe seine Besitzerin gebissen.
Nach aktuellem Stand waren vermutlich zwei Transporte aus Russland betroffen. Alle Tiere dieser Transporte werden behördlich nachverfolgt. Für sie ist eine Tollwutquarantäne angeordnet, einschließlich Blutentnahmen zur Titerbestimmung.
Blutuntersuchungen können leider aufgrund fehlender Markerimpfstoffe nicht Infekt von Impfung unterscheiden.
Zusätzlich bestehen erhebliche Unstimmigkeiten bei den Altersangaben des Hundes: Im Impfausweis ist März 2025 als Geburtsdatum vermerkt, in den Vermittlungsunterlagen hingegen Juli 2025. Screenshots der vermittelnden Person liegen vor, in denen der Juli als korrekt bezeichnet wird. Dadurch ist ein wirksamer Tollwutschutz zum Zeitpunkt des Transports medizinisch kaum erreichbar gewesen. Dieser Widerspruch wurde den zuständigen Behörden gemeldet und wird dort geprüft, einschließlich der Frage, ob die Dokumentation ordnungsgemäß erstellt wurde.
Darüber hinaus wurde einem Veterinäramt in Berlin bereits ein früherer Fall im Zusammenhang mit derselben Organisation gemeldet, bei dem vermittelte Angaben nicht mit dem tatsächlichen Zustand eines Hundes übereingestimmt haben sollen. Die behördliche Bewertung liegt auch hier bei den zuständigen Stellen.
Dieser Fall zeigt, wie ernst das Tollwut-Risiko ist und wie wichtig es ist seine Tiere zu impfen.
Für ungeimpfte Kontakttiere bedeutet das häufig wochen- oder monatelange Isolation, tierärztliche Maßnahmen und nicht unerhebliche Kosten für Halter.
Tollwut ist eine tödlich verlaufende Erkrankung für Tiere und Menschen.
Dokumente und Nachweise reduzieren Risiken, schließen sie jedoch nicht vollständig aus — etwa durch Dokumentationsfehler oder lange Inkubationszeiten.
Unser Anliegen ist Sensibilisierung, nicht Verurteilung: Wer sich für ein Tier entscheidet, sollte mögliche gesundheitliche und rechtliche Folgen kennen und sich gut vorbereiten.
Eine Adoption über ein deutsches Tierheim oder einen seriösen Tierschutzverein kann zusätzliche Sicherheit bieten, da Tiere hier untersucht, tierärztlich betreut und nach deutschen Vorgaben abgesichert werden.
Nochmal betonen möchten wir hier, dass es überall schwarze Schafe gibt und natürlich der Hauptteil aller Organisationen vernünftig und mit Herz UND Verstand arbeitet.
Unser Ziel war hier sachliche Aufklärung, damit Mensch und Tier bestmöglich geschützt sind.

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